Horváth Studie zu Elektromobilität: Chinesische Hersteller holen weiter auf

Christoph Kopp, Associate Partner bei der Managementberatung Horváth
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  • Modelle aus China punkten europaweit mit Preis-Leistung und zunehmend auch mit Qualität
  • China bleibt Leitmarkt mit mehr als 90 Prozent Umstiegsbereitschaft
  • Offenheit für Elektrofahrzeuge in Österreich zuletzt gesunken
Das Interesse an chinesischen Autos nimmt in Europa spürbar zu. Besonders das gute Preis-Leistungsverhältnis chinesischer Produzenten ist beispielsweise für viele Österreicher ein entscheidendes Kaufargument. Gleichzeitig verlor die Dynamik auf dem europäischen Elektromarkt zuletzt an Tempo. So auch Österreich wo die generelle Offenheit für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) maßgeblich gesunken ist.

Wien, 10. April 2026 - Mehr als die Hälfte (55%) aller Europäer können sich inzwischen vorstellen, ein Elektroauto eines chinesischen Herstellers zu kaufen – das sind sieben Prozentpunkte mehr als 2024 und zwölf Prozentpunkte mehr als im Jahr 2023. Sogar im Autoland Deutschland zeigen sich die Autokäufer zunehmend aufgeschlossen: 52 Prozent von ihnen würden chinesische Modelle beim nächsten Autokauf berücksichtigen, Anfang 2024 waren es noch 37 Prozent. Ein differenziertes Bild zeigt sich hingegen in Österreich: Knapp die Hälfte (49%) der Autokäufer können sich vorstellen ein Elektroauto aus China zu kaufen, das ist derselbe Wert wie im Vorjahr. Horváth Associate Partner und Automobilexperte Christoph Kopp dazu: „Das anfänglich große Interesse hat in Österreich spürbar nachgelassen – vor allem, weil die Markenbekanntheit inzwischen gesättigt ist und sich eine klare Präferenz für europäische Modelle herausgebildet hat.“

Eine besonders hohe Akzeptanz herrscht in Spanien und Ungarn, wo jeweils rund drei Viertel der Bevölkerung eine Anschaffung in Erwägung ziehen. Am zurückhaltendsten sind die Schweizer, von denen 46 Prozent Interesse an chinesischen Wagen haben, gefolgt von Niederländern und Franzosen mit jeweils 47 Prozent. Im internationalen Vergleich liegt Europa im Mittelfeld: Während in den Vereinigten Staaten lediglich rund ein Drittel der Verbraucher chinesische Autos in Betracht zieht, fällt die Zustimmung in Brasilien (88 Prozent) und Indien (78 Prozent) deutlich höher aus als in Europa.

Umstieg auf Elektromobilität: China zieht weiter davon

Während in Österreich und Europa die Elektromobilitätsmärkte tendenziell konsolidieren, bleibt China der führende Markt in diesem Bereich. Dort geben 92 Prozent der Befragten an, grundsätzlich bereit zu sein, auf ein batterieelektrisches Fahrzeug umzusteigen. „Der internationale Vergleich verdeutlicht die strategische Herausforderung für europäische Unternehmen. Elektromobilität gehört in China längst zum Mainstream, während sie in Europa noch stark von politischen und wirtschaftlichen Diskussionen geprägt ist“, erklärt Georg Mrusek, Principal und Automobilexperte bei Horváth.

Chinesische Hersteller: Bei Preis-Leistung top – aber Hürden bleiben

Besonders das gute Preis-Leistungsverhältnis chinesischer Autos ist für jene Österreicher die offen sind für ein Elektrofahrzeug, ein entscheidendes Kaufargument. 56 Prozent der Befragten sehen hierin eine zentrale Stärke, die Hälfte verweist zudem auf attraktive Preise. Als bedeutsamer Faktor hat sich darüber hinaus die Qualität etabliert: Während diese im Jahr 2023 noch 20 Prozent der befragten Österreicher als Kaufargument nannten, sind es nun 27 Prozent. Umgekehrt sehen noch immer fast die Hälfte (42%) der befragten Österreicher die Qualität der chinesischen Hersteller als wesentlichen Grund, eben kein chinesisches Auto zu kaufen. „Wir sehen hier keinen kurzfristigen Trend, sondern eine strukturelle Verschiebung“, so Kopp. „Chinesische Autos werden zunehmend als technologisch ernstzunehmende Alternative wahrgenommen. Europäische Kunden bewerten die neuartigen Fabrikate nüchtern entlang von Preis, Technologie und Leistungsfähigkeit und weniger entlang emotionaler Aspekte wie beispielsweise der Herkunft.“

Offenheit für Elektrofahrzeuge in Österreich zuletzt gesunken

Nur 57 Prozent der österreichischen Fahrzeughalter mit konkreten Neuanschaffungsplänen sind in den kommenden zwei bis drei Jahren offen für den Umstieg auf ein Elektrofahrzeug. Das sind satte 10 Prozentpunkte weniger als in der Vorjahreserhebung der Managementberatung Horváth. „Mit dem Aus des Verbrennerverbots nahm der unmittelbare Druck bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern zuletzt ab, sich mit Elektromobilität zu beschäftigen“, so Kopp. „Inwiefern sich dieser Trend durch die aktuell hohen Spritpreise wieder umkehren wird, bleibt abzuwarten.“

Über die Studie

Für die repräsentative Studie befragte das Verbraucherforschungsinstitut Appinio im Auftrag von Horváth knapp 4.500 Pkw-Besitzer in 16 Ländern Europas sowie in China, Brasilien, Indien und den USA. Berücksichtigt wurden ausschließlich Fahrzeughalter, die in den nächsten zwei bis drei Jahren einen Fahrzeugkauf planen. Die internationale Studie wurde im Februar 2026 abgeschlossen.

Über Horváth

Horváth ist eine internationale, unabhängige Managementberatung mit 1.400 Mitarbeitenden an Standorten in Europa, den USA und weiteren globalen Märkten. Als Top-Management-Beratung für Transformation, Performance Management und Digitalisierung führen wir Unternehmen und öffentliche Organisationen zu nachhaltigem Erfolg und langfristig hoher Wertschöpfung. Horváth zeichnet sich durch fundierte, innovative Beratungsansätze und Lösungen aus – basierend auf unseren Wurzeln und Werten, geprägt durch unseren Gründer Professor Péter Horváth. Kunden und Kundinnen, von Vorstands- bis Fachebene, schätzen in besonderem Maße die ausgeprägte Fachexpertise, die Implementierungsstärke sowie die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Für die hohe Zufriedenheit mit den erreichten Projektergebnissen ist Horváth vielfach ausgezeichnet.

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