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Wien, 8. Oktober 2026 - OeNB-Gouverneur Martin Kocher war Dienstagabend auf Einladung von Christoph Obererlacher, CEO von Swiss Life Select Österreich, zu Gast bei Österreichs marktführendem Finanzberatungsunternehmen. In seiner Keynote vor rund 90 geladenen Gästen sprach Kocher über die europäische Geldpolitik in unsicheren Zeiten und befasste sich insbesondere auch mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Österreich und dem Euroraum. Für Österreich zeichnete Kocher das Bild einer sich verstärkenden wirtschaftlichen Erholung bei nachlassender Inflation: Die OeNB erwartet für 2027 ein Anziehen der wirtschaftlichen Entwicklung und moderates Wachstum von 1,3 Prozent. Der verbesserte Konjunkturausblick ab der zweite Jahreshälfte 2026 dürfte sich damit im kommenden Jahr deutlicher niederschlagen. Gleichzeitig soll sich der Inflationsabstand Österreichs zum Euroraum weitgehend schließen. Ein wesentliches Risiko bleibt jedoch der Konflikt im Nahen und Mittleren Osten, der über steigende Energiepreise zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen und die wirtschaftliche Erholung gefährden könnte. Wie stark die geopolitischen Entwicklungen den Ausblick verändern könnten, zeigt ein schweres Risikoszenario der EZB: Darin würde das Wachstum im Euroraum 2027 auf 0,4 Prozent fallen, während die Inflation auf über fünf Prozent steigen könnte.
„Geldpolitische Entscheidungen wirken sich auf Unternehmen, Finanzmärkte und die finanziellen Entscheidungen unserer Kunden direkt aus. Gerade in einem von Unsicherheit geprägten Umfeld ist es wichtig, wirtschaftliche Entwicklungen verständlich einzuordnen und unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen. Dafür haben wir mit Gouverneur Kocher und Marc Brütsch einen hochkarätigen Rahmen geschaffen“, so Gastgeber und Swiss Life Select Österreich CEO Christoph Obererlacher. Darüber hinaus betonte Obererlacher im Zuge seiner Begrüßungsworte: “Wer seine finanzielle Zukunft plant, muss auch unterschiedliche Entwicklungen bei Inflation und Zinsen berücksichtigen. Bei Swiss Life Select beziehen wir solche Szenarien gezielt in die Finanzplanung unserer Kundinnen und Kunden ein, damit ihre Vorsorge und ihr Vermögensaufbau auch unter veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf einer soliden Basis stehen.“
Anschließend diskutierte Gouverneur Kocher unter der Leitung von PRESSE-Wirtschaftsredakteurin Nicole Stern mit Marc Brütsch, Chief Economist der Swiss Life Gruppe über die aktuelle geopolitische Lage, wie diese die Geldpolitik der europäischen Zentralbank und die Entwicklungen auf den Kapitalmärkten beeinflusst und welche Auswirkungen dies für private Anleger haben kann.
„Künstliche Intelligenz, Demografie, Klimawandel und eine zunehmend multipolare Welt werden das wirtschaftliche Umfeld der nächsten Jahre maßgeblich prägen. Das aktuelle Zinsniveau ist im historischen Vergleich nicht außergewöhnlich. Zugleich könnten hoch verschuldete Staaten durch regulatorische Vorgaben verstärkt darauf hinwirken, dass institutionelle Anleger Staatsanleihen kaufen. In diesem Umfeld bleiben reale Vermögenswerte wie Aktien wohl ein solides Investment“, so Marc Brütsch, Chief Economist der Swiss Life Gruppe.
Im Anschluss an die Diskussion beantworteten Kocher und Brütsch Fragen aus dem Publikum, bevor der Abend bei kulinarischen Köstlichkeiten und persönlichen Gesprächen ausklang.